Die Vorweihnachtszeit ist da und die Menschen kaufen immer öfter Online ihre Geschenke. Doch vor Online-Betrug wird gerade jetzt gewarnt.
Markenmissbrauch ist ein sehr lukratives Geschäft, vor dem gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit vermehrt gewarnt wird. Immer häufiger nutzen Kriminelle Domainnamen für ihre Machenschaften aus. Laut dem Brandjacking-Index liegen die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Deutschland ganz vorne bei den Zahlen zum Online-Betrug. Demnach sind mehr als 80% der betrügerischen Websites, die für illegale Zwecke genutzt werden, in den drei Ländern. Was versteht man unter Cybersquatting, Brandjacking und Typosquatting? Und wie kann man sich dagegen schützen?
Brandjacking leitete sich vom englischen „Hijacking“ ab, was so viel wie entführen heißt. Im Bezug auf Online-Betrug meint dies die unrechtmäßige Nutzung von meist bestimmten Markennamen, mit denen potentielle Kunden in die Irre geführt werden. Dies hat zur Auswirkung, dass der Geschäftswert, der Markenwert und das Kundenvertrauen des richtigen Markeninhabers sinken. Oft kaufen Betrüger bei Suchmaschinen dazu bestimmte Suchbegriffe einer Marke. Sucht man dann nach dem Suchbegriff, landet man nicht auf der originalen Homepage, sondern auf Homepage der Betrüger. Nach Zahlen des Brandjacking-Indexes landen so jedes Jahr mindestens 120 Millionen Besucher auf E-Commerce-Seiten von zweifelhaften Anbietern.
Cybersquatting leitet sich vom englischen „Squatter“ ab, was einen Hausbesetzer meint. Im Internet meint dies, dass die Besetzer bestimmte Domainnamen registrieren lassen, die ihnen eigentlich nicht zustehen. Hier wird genauer zwischen Namejacking, wenn die registrierte Domain sich auf eine Person bezieht und Brandjacking, wenn sich die registrierte Domain auf eine Marke bezieht, unterschieden. Die Betrüger gestalten die Seite oft so, dass die Inhalte negative Assoziationen beim potentiellen Kunden hervorrufen. Oft bieten sie die Seite dann dem „echten“, Besitzer zur Miete oder zum Kauf, an. Man kann es auch als eine Form von Erpressung sehen.
Typosquatting ist auch eine Form von Cybersquatting. „Typos“ sond Tippfehler, die einem ja schon mal beim Eingeben passieren. Hierfür registrieren die Betrüger absichtlich Domains von Marken und Personen mit Tippfehlern, so dass wenn man das Wort falsch schreibt, man auf die unechte Website kommt. Oft sieht diese ähnlich aus wie das erwartete Original (Logo oder Schriftzug), präsentiert aber häufig Werbung oder unpassende Inhalte (Pornographie). Um dies zu Umgehen melden mittlerweile manche Unternehmen schon Domains mit typischen Tippfehlern an, von denen man dann auf die richtige Homepage umgeleitet wird. So geschieht es z.B. bei Google. Gibt man z.B. www.goolge.de, www.googel.de, wwwgoogle.de falsch ein, wird man automatisch auf www.google.de umgeleitet.
Das Problem beim Cybersquatting, Brandjacking und Typosquatting ist, dass man sich als potentieller Kunde nicht gut schützen kann. Vielmehr müssen die Firmen darauf achten, welche Internetadressen, die an ihre erinnern, existieren. Einzig bei Typosquatting kann man als Nutzer ein wenig achtgeben, schauen, dass man keinen Tippfehler gemacht hat und sonst hoffen, dass die Seite die man aufrufen wollte, Tippfehler-Domains besitzt und man umgeleitet wird.